Sekundarstufen

Kurse für die Sekundarstufen

Präventionsprogramme für die Sekundarstufen
© Foto: Judith-Marie Radler
Pädagogische Basis
Lernen kann nur in einem Klima der Sicherheit und Anerkennung gelingen. Schulische Lernerfolge sind nicht nur von kognitiven Fähigkeiten und Leistungen abhängig, sondern immer auch von sozialen Gegebenheiten.

Deshalb berührt Gewaltprävention und Umgang mit Konflikten die Basis des Lernens. Wenn soziales Lernen gefördert, die Kommunikation verbessert und Konflikte konstruktiv bearbeitet werden, so wirkt sich dies unmittelbar auf die Lernerfolge der Schülerinnen und Schüler aus. Darüber hinaus wird die Schule zu einem Ort des gewaltfreien Miteinanders, an dem man sich wohl fühlen kann (Günther Gugel, Handbuch Gewaltprävention I).
Unterrichtsmethodik
  • Selbstwertgefühle vermitteln
  • Fortschritte aufzeigen
  • Zu deutlichem Abgrenzen auffordern
  • Positive Gefühle verankern
Positive Verstärkung und Wir-Bezugsebene sind wesentliche pädagogische Elemente der WSD Methode. Seinen hohen Motivationscharakter erhält der Unterricht durch das Bewusstwerden der individuellen Leistungssteigerung im physischen und psychischen Bereich.
Evaluation

Das Kurskonzept zum Unterrichten von Jugendlichen wurde durch das Institut für Medizinische Psychologie im Zentrum für Psychosoziale Medizin des Universitätsklinikums Heidelberg unter der Projektleitung von Dr. Henrik Jungaberle und Dr. Jens Ullrich evaluiert. Fazit des Abschlussberichts:

  1. Es wird die allgemeine Selbstwirksamkeit der Schüler in der Interventionsgruppe signifikant erhöht. Selbstwirksamkeit ist ein weit verbreitetes Maß zur Erfolgsmessung von Interventionen im psychosozialen Bereich. Die Schüler profitieren also in ihrer Überzeugung, schwierige Aufgaben im täglichen Leben selbstständig meistern zu können.
  2. Ebenfalls erfolgreich war das WSD-Teeny-Konzept darin, die Überzeugung der Schüler zu verbessern, sozial kompetent für ihre Rechte einstehen zu können (z.B. besser etwas einfordern zu können). Die diesbezügliche Verbesserung war innerhalb der Untersuchungsgruppe überzufällig größer als innerhalb der Kontrollgruppe.
  3. Außerdem ergab sich, dass auf keiner der eingesetzten standardisierten Skalen ein negativer Effekt erzielt wurde – ein Aspekt, der häufig missachtet wird, aber von einer seriösen Intervention auf jeden Fall zu erfüllen ist.
Die Effektivität dieses Kursprogramms in Bezug auf die Verbesserung von Selbstbehauptungsfähigkeit kann somit als wissenschaftlich belegt gelten.

Ausschnitte aus dem Grundkurs

Starke Jugendliche sagen Nein zu Gewalt und Drogen


Für Jugendliche an den Sekundarstufen werden zwei Konzepte angeboten:


1. Die Klassenprojekte finden während der regulären Unterrichtszeit statt.

2. Das zweite Kurskonzept wird in den unterrichtsfreien Nachmittagsstunden angeboten.

1. Klassenprojekte im Rahmen des Sozialcurriculum

Die Klassenprojekte beinhalten drei gewaltpräventive Programme und ein suchtpräventives Programm für unterschiedliche Altersstufen.

Kurse zur Gewaltprävention

  1. Verhalten in Gewaltsituationen – zwischen Selbstschutz und Zivilcourage (Klassen 7-9)
  2. Fair play! Faires Miteinander in der Klasse und auf dem Schulhof (Klassen 5-7)
  3. Grenzüberschreitungen rechtzeitig begegnen (Klasse 7-13; nur Mädchen)

Kurs zur Suchtprävention

       Alkohol und Drogen: Nein - Danke! (Klassen 5-7)

Projekt für die unterrichtsfreie Zeit

Das Kursprojekt während der unterrichtsfreien Nachmittagsstunden wird direkt über die Eltern gebucht, die auch die Kursgebühr übernehmen. Die Teilnehmer im Alter zwischen 10 und 15 Jahren können sich aus unterschiedlichen Klassenstufen zusammensetzen. Ziel des Kurses ist es, Mädchen und Jungen stark und selbstbewusst zu machen, auch im Hinblick auf stark sein für ein NEIN zu Drogen.

In den Kursen wird sicheres und selbstbewusstes Auftreten vermittelt. Außerdem lernen die Jugendlichen unter anderem über Rollenspiele, Übungen und Gesprächsrunden, wie sie sich in Gefahrensituationen richtig verhalten.

Durch selbstbewusstes Auftreten und „Kopf einschalten“ sollen gefährliche Situationen bereits im Anfangsstadium erkannt und verbal bewältigt werden. Dabei geht es insbesondere um Situationen unter Jugendlichen wie z.B. Mobbing, Ausgrenzung, Erpressung oder um Situationen, in denen Jugendliche mit Drogen konfrontiert werden.

Ebenfalls werden die Themen Internetgefahren und Handy angesprochen.

Mit Übungen zur Identitätsfindung und zum gezielten Einsatz von Körpersprache und Körperhaltung, werden spezielle Konfliktlösungsstrategien erarbeitet.

Ergänzend hierzu lernen die Jugendlichen, wie sie sich im äußersten Notfall auch körperlich zur Wehr setzen können.

Die Kursgebühren für das Gewalt- und Suchtpräventionsprojekt im Rahmen der unterrichtsfreien Zeit werden von den Eltern finanziert. Es erfolgt eine Anmeldung für den Kurs durch die Eltern.

Kursziele allgemein

Die Kinder und Jugendliche sollen ihre eigenen Stärken entdecken und entfalten.
Aus selbstbewussten Kindern und Jugendlichen werden selbstbewusste und verantwortungsbewusste Erwachsene.

Ein Jugendlicher, der sich seiner inneren Stärke bewusst ist, sagt Nein zu Drogen.

Ein selbstbewusstes Kind/Jugendlicher hat eine positive Lebenseinstellung und nimmt somit automatisch eine positive Grundhaltung gegenüber seiner Umwelt ein.
Starke Kinder und Jugendliche wehren sich mit Worten und achten auf ihre Freunde und Mitschüler.

Kursziele am Beispiel „Verhalten in Gewaltsituationen – zwischen Selbstschutz und Zivilcourage“

  • Die Schüler/innen sollen in Gewaltsituationen unter Abwägen ihrer individuellen Ressourcen adäquate Hilfe leisten können.
  • Schulung der Wahrnehmung und Sensibilisierung für Problem- und Gewaltsituationen, aber auch für Diskriminierungen und Beleidigungen.
  • Wahrnehmung von und Umgang mit eigenen Ängsten.
  • Kennenlernen von adäquaten Möglichkeiten, wie Opfern in Übergriffsituationen Hilfe geleistet werden kann.
  • Realistisches Einschätzen der eigenen Möglichkeiten zur Hilfestellung in der jeweiligen Situation.
  • Kommunikationstechniken zur Deeskalation.
  • Selbstsicheres Auftreten in kritischen Situationen durch Einsatz von Körpersprache und verbaler Mittel.
  • Bewusstmachung von Situationen bzw. Örtlichkeiten, von denen eine höhere Gefährdungslage ausgeht.
  • Grundlagen Selbstschutz (Notwehrtechniken).